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Wahlkampf in Hamburg. Wie halten es die Parteien mit dem Transrapid?

Die Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnologie (Transrapid) e.V. bietet denjenigen Parteien, welche derzeit in der Bürgerschaft vertreten sind oder nach der Bürgerschaftswahl am 29. Februar 2004 die Chance haben, in der Bürgerschaft vertreten zu sein, die Möglichkeit, sich zum Thema Transrapid zu äußern. Zu diesem Zweck wurden Wahlprüfsteine bestimmt und per Post in der vergangenen Woche an die folgenden Parteien geschickt:

SPD Landesorganisation Hamburg
Kurt-Schumacher-Haus
Kurt-Schumacher-Allee 10
20097 Hamburg

CDU Landesverband
Leinpfad 74
22299 Hamburg

Partei Rechtsstaatlicher Offensive
Gotenstraße 12
20097 Hamburg

Bündnis 90 / Die Grünen GAL Hamburg
Landesgeschäftsstelle
Curienstraße 1
20095 Hamburg

FDP Hamburg
Ost-West-Str. 63
20457 Hamburg

Die GRAUEN - Graue Panther
Postfach 530273
22532 Hamburg

Die Stellungnahmen werden in der kommenden Woche veröffentlicht



Wahlprüfsteine für die Bürgerschaftswahl 2004

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnologie (Transrapid) e.V., kurz GFM, ist eine Interessengemeinschaft engagierter Bürger, die sich für den Einsatz dieser Schlüsseltechnologie mit dem Ziel einsetzt, ein europaweites Hochgeschwindigkeitsverkehrsnetz zu schaffen. Ein solches EuroRapid-Netz wäre kein Ersatz für das europäische Eisenbahnnetz – sondern vielmehr seine ideale Ergänzung im oberen Geschwindigkeitssegment in Zentral- und Nordeuropa.

Die GFM möchte aktiv dazu beitragen, daß Vorbehalte in der Politik und Öffentlichkeit gegenüber der Magnetschwebetechnologie ausgeräumt werden und die Bewertung dieses innovativen spurgeführten Verkehrsmittels auf der Grundlage von aktuellen Fakten erfolgt.

Heute möchten wir Ihnen einige Wahlprüfsteine vorlegen, also Schlüsselfragen, welche den zukünftigen Senat angehen sollten. Die Antworten werden mit Ihrer Zustimmung im Internet veröffentlicht, um unseren Mitgliedern einen Vergleich bieten zu können. So bitten wir Sie, sich für die folgenden Zeilen etwas Zeit zu nehmen.

Ob der ICE, der TGV oder die Magnetschnellbahn Transrapid zum Zuge kommt, ist zwar noch offen, jedoch haben die drei nördlichen niederländischen Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe ihre Finanzierungszusagen für eine Verbindung Amsterdam-Groningen an das Transrapid-Projekt gekoppelt, weil sie sich durch die schnelle Magnetbahnverbindung wesentliche Standortverbesserungen und ökonomische Impulse für ihre Regionen erhoffen.

( Siehe auch http://www.magneetzweefbaan.nl/Klaar_Voor_Vertrek/ZuiderZeeLijn.html und http://www.transrapid.nl/images/kohn_kaart.jpg )

Der Kabinettsbeschluß in den Niederlanden ist eine Steilvorlage für Deutschland, auch hier den Planungsprozeß zu intensivieren.

Werden Sie sich dafür einsetzen, daß das Transrapid-Projekt Groningen-Oldenburg-Bremen-Hamburg bei der nächsten Anpassung der Leitlinien für Transeuropäische Netze in den europäischen Verkehrswegeplan aufgenommen wird?

Die Eisenbahn ist zwar stark im Regionalverkehr, bei Distanzen über 200 km aber keine wirkliche Alternative zur Magnetschnellbahn, weil die konventionellen Züge zu langsam und ICE-Neubaustrecken zu teuer sind. Verglichen mit einem ICE-Neubaugleis ist die Transrapid-Trasse wesentlich günstiger zu bauen (ICE Köln-Frankfurt: ca. 27 Mio. € pro km, Transrapid Berlin-Hamburg: ca. 18 Mio. €/km) und die Instandhaltungskosten liegen um 2/3 niedriger, zugleich ist aber die Verkehrserwartung um 10 Prozentpunkte höher. Kurzum: Spätestens nach der Kostenexplosion beim Bau der ICE-Strecke Köln-Frankfurt ist klar, daß eine Ausdehnung des Hochgeschwindigkeitsnetzes nur noch mit der Magnetschnellbahn finanzierbar ist.

Deshalb haben Spitzenvertreter der „IHK Nord“ am 16. Oktober 2003 im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin die Idee eines EuroRapid-Netzes von Amsterdam über Hamburg bis Warschau sowie von Stockholm über Hamburg bis Budapest vorgestellt, welches eine völlig neue Verkehrsqualität ermöglichen würde. Vertreter des niederländischen Verkehrsministeriums, Jeroen Fukken und Ronald van der Meijs, stellten den Stand der Planungen und das weitere Verfahren für den Streckenabschnitt zwischen Amsterdam und Groningen vor, welcher ein erster Meilenstein auf dem Weg zu einem europäischen Magnetschnellbahnnetz werden könnte.

Befürworten Sie Realisierung dieses EuroRapid?

Neben Prof. Dr. Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, gehören dem Vorstand Dr. Reinhard Kolck, stellvertretender Vorsitzender der Ems Dollart Region, und Dr. Christian-A. Fricke, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK, an.

Der Verein „TERN“ setzt sich für die Förderung der Magnetschwebebahntechnologie mit dem Ziel ein, ein europaweites Hochgeschwindigkeitsverkehrsnetz von Amsterdam über Groningen, Leer, Oldenburg (Oldenbg.), Bremen, Hamburg, Schwerin, Berlin, Frankfurt (Oder) und Posen bis nach Warschau sowie von Stockholm über Jönköping, Helsingborg, Kopenhagen, Oldenburg (Holst.), Lübeck, Hamburg, Schwerin, Berlin, Dresden, Prag, Pardubice, Brünn, Wien, Bratislawa und Györ bis nach Budapest zu schaffen.

Sind Sie bereit, diese Initiative zu unterstützen?

Wer jedoch ernsthaft fordert, daß der Güterverkehr auch zwischen Hamburg und Berlin endlich wieder vermehrt von der Straße auf die Schiene wechselt, der kommt nicht um die Feststellung umhin, daß diese Forderung mit dem geplanten Personenschnellverkehr auf der ICE-Ausbaustrecke Hamburg-Berlin mit Geschwindigkeiten von 230 km/h und einem Stundentakt nicht zu vereinbaren ist.

Befürworten Sie den Bau einer Neubaustrecke Hamburg-Berlin, um die Streckenkapazität zu erweitern?

Derzeit nutzen zwischen Hamburg und Berlin rd. 16 % der Reisenden die Eisenbahn, nach Verkürzung der Fahrtzeit auf 1½ Stunden werden dies nach Bahn-Schätzungen gut 20 % sein. Die Prognosen zum Transrapid ergaben einen Anteil von rund 33 % aller Reisenden, dieser Sprung ist wesentlich auf die Fahrtzeit von unter 1 Stunde bei hoher Frequenz zurückzuführen. Geschwindigkeit ist also kein Luxus, sondern die unabdingbare Voraussetzung, die Reisenden zum Umsteigen vom Auto zu bewegen.

Die letzten Prognosen für den Transrapid Hamburg-Berlin lagen bei 8,5 Mio. Passagieren p.a. Dies mag hoch erscheinen, verliert aber beim Blick auf unsere Nachbarn das Visionäre. In den Niederlanden werden für die Strecke Amsterdam-Groningen 14,5 Mio. Passagiere prognostiziert und in Frankreich fuhren 2002 mit dem TGV Atlantique (Paris-Bordeaux) tatsächlich über 26 Mio. Passagiere. Es ist kein Grund ersichtlich, warum zwischen Hamburg und Berlin nicht über 10 Mio. Passagiere mit der Magnetschnellbahn fahren sollten. Sofern diese Strecke in einem EuroRapid-Netz eingebunden wäre, dürfte die Zahl sogar in der Nähe der TGV-Werte in Frankreich liegen.

Bei der Finanzierung der Transrapid-Strecke Hamburg-Berlin wurden seinerzeit alle Erlösprognosen auf der Basis eines Fahrpreises von 15 Cent/km, (45 € für die einfache Fahrt) gerechnet, höhere Fahrpreise wären nach Einschätzung der Bahn nicht durchsetzbar. Das ICE-Ticket für die Neubaustrecke Köln-Frankfurt, die um gut 100 km kürzer ist, kostet dagegen 51 €, mithin 29 Cent/km. Bei einer neuen Wirtschaftlichkeitsberech­nung für den Transrapid könnte also von deutlich höheren Einnahmen ausgegangen werden bei zugleich niedrigeren Baukosten, insbesondere durch den Einsatz chinesischer Baufirmen, die mittlerweile als einzige über das aktuellste Know-how im Trassenbau verfügen.

Werden Sie sich dafür einsetzen, das Planfeststellungsverfahren der Transrapid-Strecke Hamburg-Schwerin-Berlin wieder aufzunehmen und rasch zum Abschluß zu bringen, damit die Strecke vor 2012 in Betrieb gehen kann?

( Siehe auch http://www.avd.de/presse/transrapid_netz.jpg )

Werden Sie sich auch dafür einsetzen, diese Pläne zu verwirklichen?

Es wäre ein wichtiges Zeichen für Innovation, wenn diese in Deutschland entwickelte Technologie bereits heute schon hier genutzt werden würde. Der erste kommerzielle Einsatz der Magnetschnellbahn (in China) wirft natürlich die folgende Frage auf:

Warum kam dieses Verkehrssystem bisher nicht auch in Deutschland zum Einsatz und was werden Sie unternehmen, daß diese Technologieführerschaft hierzulande - im Gegensatz zum Fax seinerzeit - gehalten werden kann und was sind Innovationskampagnen wert wenn ihre Ergebnisse hinterher nicht umgesetzt werden?

Mit allerbestem Dank im Voraus für Ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung

Dr.-Ing. Wulf H. Rumpel

Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnologie (Transrapid) e.V.

http://www.pro-transrapid.org/






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