Machen's weiter, Bayern Pro-Rapid!

Auf der Mitgliederversammlung am 06.05.2008 soll die Auflösung des Vereins Bayern pro Rapid e.V. beschlossen werden. Nach Ansicht des Vorstands ist mit dem Ende der Transrapid-Technik in Bayern der Verwendungszweck von Bayern pro Rapid hinfällig.

Die Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnologie (Transrapid) e.V. würde eine Auflösung des Vereins bedauern und ist der Ansicht, man sollte die Flinte nicht zu früh ins Korn werfen. Die Arbeit des Vereins war seit der Gründung am 14.12.2007 äußerst erfolgreich gewesen. In nur drei Monaten konnten über 3000 Mitglieder gewonnen werden, davon lebt ein hoher Anteil außerhalb Bayerns. Letztere sehen insbesondere in einer Anwendungsstrecke für die Magnetbahn auch die Bedeutung der Technologie insgesamt für den Technologiestandort Deutschland.

Mehrere Mitglieder der GFM haben sich für die Aufrechterhaltung des Vereins ausgesprochen. Zwar sei es durchaus angebracht, das Thema bis nach den kommenden Landtagswahlen auf Sparflamme zu halten. Denn die drängenden Verkehrsprobleme rund um München werden das Thema Flughafenanbinung mit dem Transrapid spätestens in wenigen Jahren wieder auf die Tagesordung bringen.

Dem nun in der Öffentlichkeit entstandene Eindruck, Magnetbahnprojekte seien ja faszinierend, aber generell zu teuer, müsse entgegengewirkt werden. Dabei ist die Planung der Tunnel ebenfalls kritisch zu hinterfragen, denn der Transrapid wäre auch aufgeständert bei 250km/h nicht lauter als eine S-Bahn bei 80km/h. Ohne Tunnel ist die Magnetschnellbahn jedoch wesentlich kostengünstiger zu realisieren.

Nicht wenige der "Transrapid-Botschafter", die sich bei Bayern pro Rapid engagiert haben, möchten auch weiterhin als Multiplikatoren der Meinungsbildung zugunsten dieser zukunftsweisenden Technologie handeln. Sie möchten dies in einer Organisation mit Erfahrung der Öffentlichkeitsarbeit tun, um den Boden für zukünftigen Magnetbahn-Projekte zu bereiten, lange bevor sich die nächste Bürgerinitiative dagegen bildet. Daher sollte im Dialog mit den Mitgliedern über eine Neuausrichtung des Vereins, eventuell nachgedacht werden. Eine mögliche Zielsetzung, wäre ein Engagement für ein europäisches Transrapid-Netz unter weitestgehender privater Finanzierung mit Anbindung Münchens und seines Flughafens z.B. an den paneuropäischen Korridor IV. Denn im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums des Innern wurde eine Vorstudie zu einer zu bauenden Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Budapest in Auftrag gegeben. Sie besagt, daß der Transrapid eindeutig die bessere Wahl ist.

Die Magnetschwebetechnologie wurde seit den frühen 1970er Jahren durch die Bundesrepublik mit rund 1,5 Mrd. Euro gefördert. Gegner der Technologie haben immer wieder versucht, den Einsatz der Magnetschwebetechnologie zu verzögern – sowohl durch scheinbare Unterstützung (mit Streuen von "Sand ins Getriebe") als auch durch lautstarkem Auftreten in den Medien (mit gezielter Fehlinformation). Es gelang ihnen zweimal, kurz vor dem Durchbruch der Technologie und kurz vor dem kompletten Abschluß langwieriger Planfeststellungen, ein Anwendungsprojekt zu kippen. Bei einem endgültigen Aus für die Vermarktung der Technologie von Deutschland aus wäre den Gegnern die Vernichtung öffentlicher Mittel und eine verminderte Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands anzulasten. Dies gilt es, zu verhindern. An alle Mitglieder wird appelliert, sich von kurzfristigen politischen Entscheidungen nicht entmutigen zu lassen.

Der Einsatz für die Magnetschwebetechnologie ist auch unter dem Hintergrund des unübersehbaren Ingenieurmangels wichtig. Denn junge Menschen sehen in einem technikfeindlichen Umfeld wenig Interesse, einen Ingenieurberuf aufzunehmen. Die Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechologie (Transrapid) e.V. setzt sich auch für den Fortbestand der Transrapid-Fachtagung in Dresden ein.


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